
Die DTSquare GmbH hat für den Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Messsystem zur Überprüfung der Anforderungen der VDA-Richtlinie für Autowaschanlagen entwickelt. Durch die VDA-Richtlinie soll sichergestellt werden, dass durch die Waschanlage keine Schäden an Fahrzeug und Anbauten verursacht werden. Die Konformität einer Anlage mit der Richtlinie wird durch die Vergabe des VDA-Siegels bestätigt. Die VDA-Richtlinie stellt unter anderem Anforderungen an die maximale Wassermenge, den zulässigen Strahlwasserdruck der Hochdruckdüsen sowie die Krafteinwirkungen auf Außenspiegel und Spoiler. Das neu entwickelte System wird vom VDA für die Überprüfung dieser Anforderungen bei der Vergabe des VDA-Siegels eingesetzt. Das Messsystem besteht aus den vier Komponenten Messspiegel, Messspoiler, Staudrucksensor und Wassermengen-Messvorrichtung. Der über Saufnäpfe an der Seitenscheibe befestigte Messspiegel misst die beim Waschvorgang durch die Bürsten auf den Spiegel wirkenden Kräfte und Drehmomente. Zur Messung der Belastung des Spoilers dient der Messspoiler, der über die Dachreling am Ende des Fahrzeugdaches befestigt wird. Die mehrachsige Messtechnik der Sensoren ermöglicht die exakte Ermittlung von Größe, Richtung und Angriffspunkt der auftretenden Kräfte. Beide Systeme senden Ihre Messsignale drahtlos über ein Bluetooth-Funksystem ins Fahrzeuginnere, wo sie vom Prüfer auf einem Notebook aufgezeichnet werden. Somit entfallen umständliche Kabelführungen und Undichtigkeiten durch Öffnungen. Der Wasserdruck des Freistrahls der Hochdruckdüsen wird über den handgehaltenen Bluetooth-Staudrucksensor mit einem Messbereich von 100 bar gemessen. Sämtliche Messsysteme sind gegen Hochdruck-Strahlwasser geschützt. Die Wassermenge wird über eine auf dem Fahrzeugdach montierte Wanne mit definierter Öffnungsfläche ermittelt und über die Vorschubgeschwindigkeit der Anlage auf die durch die VDA-Richtlinie begrenzte Wassermenge je Zeiteinheit umgerechnet. Das System wird vom VDA im Rahmen der Konformitätsprüfung von Autowaschanlagen erfolgreich eingesetzt und hat sich bereits bei der Vermessung zahlreicher Anlagen bewährt.
Der Prototyp eines Rotorblattes aus Kohlefaser-Kunststoff-Verbund für den Kompressor des European Transsonic Windtunnel (ETW) in Köln wurde von der Stuttgarter DTSquare GmbH erfolgreich qualifiziert. Der ETW ist die weltweit fortschrittlichste Testeinrichtung für die Aerodynamik von Flugzeugen und wird von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden gemeinsam betrieben. Zur Erzeugung der Strömung im Windkanal verwendet der ETW einen Elektromotor mit 50 Megawatt Leistung, der 2 Kompressorstufen mit jeweils 36 Rotorblättern antreibt. Für die Nachproduktion von Reserveblättern musste die Ermüdungsfestigkeit des verwendeten neuen Materialsystems und des zugehörigen Verarbeitungsprozesses durch einen Versuch unter den extrem kalten Betriebsbedingungen nachgewiesen werden. Hierzu wurden die im Windkanal auf das 1.5 Meter lange Blatt wirkenden Druck- und Schwingbeanspruchungen auf einem rechnergesteuerten Prüfstand mit Hilfe von Hydraulikzylindern nachgebildet. Um die Umgebungsbedingungen im ETW, der auf bis zu minus 163 Grad C heruntergekühlt werden kann, nachzubilden, wurde der Test in einem Bad aus rund 1000 Litern Flüssigstickstoff durchgeführt. Die Vorbereitungen für den vierwöchigen Test nahmen insgesamt drei Monate in Anspruch. In dieser Zeit musste von den Mitarbeitern der DTSquare GmbH neben dem Aufbau der Mechanik auch die gesamte Software zur Steuerung und Überwachung des Versuches entwickelt werden. Die Bewegungen der vier Hydraulikzylinder wurden durch eine selbstlernende Regelung exakt aufeinander abgestimmt, um die Belastungen im Windkanal originalgetreu nachzubilden. Umfangreiche Überwachungsfunktionen dienten dem Schutz der beteiligten Personen und des Rotorblattes. An mehr als 30 Messstellen wurden Kräfte, Verformungen und Temperaturen erfasst und protokolliert. Am Ende stand die erfolgreiche Qualifizierung des Prototypen.
Die DTSquare GmbH wurde zusammen mit der Visenso GmbH mit dem Gründerpreis der Universität Stuttgart und der TTI Technologie-Transfer-Initiative ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises erfolgte am 07. Dezember 2009 durch den Rektor der Universität Stuttgart Prof. Wolfram Ressel. Prof. Ernst Messerschmid vom Institut für Raumfahrtsysteme und Mitglied des Vorstands des Innovationsrats Baden-Württemberg hielt die Laudatio, "Mit dem Preis soll die Bedeutung des Technologietransfers für Wissenschaft und Wirtschaft einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden."
Die DTSquare GmbH wurde Anfang 2006 aus der Universität Stuttgart heraus gegründet. Wir freuen uns sehr über diesen Preis und möchten der Universität Stuttgart und der TTI GmbH an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Anerkennung unserer Arbeit danken.
Die vollständige Pressemitteilung der Universität Stuttgart finden Sie hier.