
In vielen Fällen ist taktiles Messen von Bewegungen nicht praktikabel. So kann zum Beispiel bei Hoch- oder Tieftemperaturprüfungen meist keine Sensorik im Prüfraum installiert werden. Auch in der Schwingungsanalyse ist die berührungslose Messung von Bewegungsgrößen von Bedeutung: Insbesondere bei kleinen und leichten Bauteilen wird die Bauteildynamik bereits durch die Anbringung von Sensoren oft unzulässig verändert. Als berührungslose Messverfahren setzen wir je nach Anwendungsfall Laser-Triangulation oder Laser-Doppler-Vibrometrie ein. Beide Technologien sind auch für Feldmessungen einsetzbar.
Laser-Triangulation basiert auf der Messung des Auftreffpunktes eines am Bauteil reflektierten Laserstrahls auf dem Sensorkopf. Der Laserstrahl wird dabei senkrecht vom Sensorkopf auf das Bauteil abgestrahlt. Der Auftreffpunkt des reflektierten Strahls variiert mit dem Abstand. Triangulationssensoren bieten eine Auflösung bis ca. 1um und decken einen Frequenzbereich bis 10kHz ab. Für höhere Freuqenzen sind die Auslenkungen in der Regel zu klein.
Die Bewegungsmessung mit dem Laser-Doppler-Vibrometer nutzt den sogenannten Dopplereffekt zur Messung von Schwingungsgeschwindigkeiten. Dieser besteht in einer Änderung der Wellenlänge einer von einem Empfänger aufgenommenen Welle in Abhängigkeit der Relativgeschwindigkeit zwischen Sender und Empfänger (Dehnung oder Stauchung). Der Laserstrahl wir vom Sensorkopf ausgesandt, am Bauteil reflektiert und vom Sensorkopf wieder empfangen. Schwingungen des Bauteils verursachen daher eine Relativgeschwindigkeit in der Sender-Empfänger-Strecke.
Laservibrometrie kann bis hin zu sehr hohen Frequenzen von mehreren 100 kHz und bei den für hohe Frequenzen typischen sehr kleinen Auslenkungen eingesetzt werden. Das Vibrometer misst prinzipbedingt Bewegungsgeschwindigkeiten und ist daher nicht zur Messung von Auslenkungen bei nicht-oszillierenden Bewegungen geeignet. Die Laservibrometrie eignet sich besonders für die Schwingungs- und Modalanalyse.